Faszination Islam Für Anfänger und Fortgeschrittene

Faszination Islam Für Anfänger und Fortgeschrittene

Die Startaussage des Buches ist: „Ich bin!“. Das Buch behandelt systematisch die Frage, wie man ausgehend vom “Ich“ Schritt für Schritt zu Gott finden kann und wie auf diesem Weg der Erkenntnis die Aspekte ineinandergreifen. Ziel ist es, das “Ich“ zu überwinden, um die wahre Dimension des menschlichen Daseins besser ver­ste­hen zu können, denn der reine Monotheismus des Islam spricht Verstand und Herz gleichermaßen an. Das Buch richtete sich sowohl an Muslime, die die Vertiefung ihrer eigenen Grundlagen anstreben, als auch an Nicht­muslime, die versuchen den Islam zu verstehen.

Inhaltsverzeichnis

  • Motivation zu diesem Buch

  • Um Gott zu finden, fangen wir ohne Gott an

  • Woher kommt der Urknall?

  • Was ist die Ur-Ursache?

  • Das Einheitsprinzip der Ur-Ursache

  • Warum hat Allah den Menschen erschaffen?

  • Kann Liebe die Antwort sein?

  • Was geschieht mit dem Geschöpf?

  • Warum schickt Allah mich nicht gleich ins Paradies?

  • Ist Allah gerecht zu mir?

  • Was ist gerecht?

  • Wozu dieser Aufwand?

  • Woher Rechtleitung?

  • Können Gottesboten Fehler machen?

  • Warum muss es ein Jenseits geben?

  • Die Schleier der Zeit

  • Drei oder fünf Grundprinzipien

  • Was ist mit „ich bin“?

  • Der Mensch als Liebesempfänger

  • Beeinflusst mein Bittgebet Allah?

  • Die Zweige des gleichen Baums

  • Ritualgebet

  • Fasten gegen das Ich

  • Abgaben an den wahren Besitzer

  • Von der Auswanderung zur Pilgerfahrt

  • Die missverstandene Anstrengung (Dschihad)

  • Gutes gebieten und Schlechtes verwehren

  • Alles ist für die Liebe

  • Licht über Licht im Spiegel

  • Und warum gibt es den Erlöser?

  • Aller Anfang ist leicht mit Liebe

  • Ich sah einen Engel im Monat Ramadan

 

Einige Worte vom Autor über sein Buch:
Während die Literatur über Islam in deutscher Sprache inzwischen durchaus ansehnliche Dimensionen erreicht hat, besteht die Gefahr, dass die Grundlagen des Glaubens, die auch Grundlage der damit zusammenhängenden Faszination sind, vernachlässigt werden. Die Idee zu diesem Buch entstand in einer Diskussionsreihe, die ich zusammen mit meiner Familie und nahen Freunden führen durfte, wobei wir wirklich bei “Null“ anfangen wollten, um den Islam zu ergründen. Im Verlauf jener über Monate hinweg regelmäßig geführten Gespräche wurde uns allen gemeinsam deutlich, dass eine systematische Aufarbeitung des Themas unseres Daseins in Buchform zumindest in deutscher Sprache noch nicht oder nur unzureichend existiert. Daher haben mich die Glaubensgeschwister gedrängt, unsere gemeinsamen Erfahrungen zu Papier zu bringen in der Hoffnung, dass auch andere davon profitieren können – so Gott will.

Allerdings ist meine Wenigkeit sicherlich kaum dazu geeignet, die Faszination des Islam so auszudrücken, wie es die wahren Größen unserer Zeit in ihrer Sprache jeweils tun. Und es ist sicherlich kein Geheimnis, dass ich tausend Mal lieber an den Übersetzungen der Bücher Imam Chamene’is – Gott schütze ihn – oder Imam Chomeinis – geheiligt sei sein Vermächtnis – mitarbeite, als selbst ein Buch zu schreiben.

Die Worte dieser großartigen Menschen, in deren Zeit ich leben durfte und darf, sind von Menschen wie mir nicht wiederzugeben. Und die Faszination, die diese Menschen für die Wahrheit verspüren, kann von jemandem wie mir kaum verspürt oder gar weitergegeben werden. Aber es gehört zu den Weisheiten des Islam, dass jeder in seinem Rahmen lernt und lehrt und beides direkt miteinander gekoppelt ist. So versuche ich das, was ich von diesen großartigen Menschen durch meinen eigenen islamischen Lehrer – Gott belohne ihn reichlich – im Laufe der Jahre gelernt habe, mit meinen bescheidenen Worten in der Sprache weiterzugeben, die ich am besten beherrsche, für Glaubensgeschwister und Mitbürger in meiner Heimat Deutschland und im deutschsprachigen Raum, dessen Kultur ich am besten kenne und dessen Bürger – so Gott will – in den folgenden Worten etwas für sich gewinnen können, was sie Gott näher bringt. Dementsprechend beginnt das Buch nicht mit einer bestimmten Religion, sondern bei uns selbst.

Ausgehend von der Frage nach dem Sinn unseres Daseins soll zunächst versucht werden, auf die Existenz Gottes zu schließen und darauf aufbauend die “Zeichen Gottes“, die sogenannten “Ayatullah“ 1 zu verstehen. Dabei soll versucht werden, die grundlegenden Prinzipien des Islam Stück für Stück aufeinander aufbauend herzuleiten, wie die Einheit Gottes bzw. wie der reine Monotheismus des Islam, die Gerechtigkeit Gottes, das Prophetentum und das Imamat- Prinzip, wie auch das Jenseits. Ziel dabei ist es, ein ganzheitlicheinheitliches, also monotheistisches Weltbild aufzubauen, das die Grundlage für das Verständnis des Daseins ist und eine befriedigende Antwort auf das im Menschen angelegte Streben nach Wahrheit gibt.

 

An manchen Stellen im Buch mag der Leser das Gefühl bekommen, dass mehr Fragen aufgeworfen als Antworten gegeben werden. Aber ich maße mir ohnehin nicht an, Antworten für andere zu geben. Vielmehr möchte ich mich gemeinsam mit meinen Geschwistern von Frage zu Frage hangeln in der Hoffnung, von der Quelle aller Schönheit geführt zu werden. Die Schleier, die unsere Blicke im Diesseits trüben und teils vollständig bedecken, kann jemand wie ich sicherlich nicht zerreißen. Aber es besteht zumindest die Hoffnung, dass wir in der beständigen Entwicklung des Menschen und Menschseins einige neue Schönheiten der Faszination für die Wahrheit entdecken, auch durch noch nicht hinreichend beantwortete Fragen. Möge Allah der Erhabene dieses Vorhaben durch Seine Gnade leiten. Yavuz Özoguz (fertig gestellt im November 2011) 1 Ayatullah bzw. Ayat von Allah bedeutet Zeichen (Ayat) von Allah. 7 Um Gott zu finden, fangen wir ohne Gott an Da wir uns vorgenommen haben, wirklich bei “Null“ anzufangen, ist unsere Ausgangssituation derart, dass wir in unserer Unwissenheit zunächst einmal behaupten: “Es gibt keinen Gott“ oder “Es gibt keine Gottheit“. Im Arabischen heißt das ganz einfach „la ilaha“. Das Einzige, was es gibt, bin ich! Die Startaussage ist: „Ich bin!“ Wir wollen uns jetzt nicht irgendwelchen Philosophen der Weltgeschichte widmen, die erklärt haben, warum sie sind, sondern machen es uns an dieser Stelle einfach und behaupten, wenn ich nicht wäre, wäre die weitere Auseinandersetzung mit dem Thema ohnehin unsinnig. Wer also weiter lesen will, sollte schon davon ausgehen, dass er “da“ ist, was immer das heißen mag.

Es gibt aber noch einen zweiten Aspekt, den wir in unserem Dasein nicht leugnen können, nämlich, dass es eine für uns durch ihre Wirkung wahrnehmbare Zeit gibt. Denn während diese Zeilen gelesen werden, ist wiederum Zeit “vergangen“. Die Augen bewegen sich im Rahmen der Zeit über diese Zeilen und starten am linken Zeilenrand zu einem früheren Zeitpunkt und kommen am rechten Zeilenrand zu einem späteren Zeitpunkt an, so dass es einen “Verlauf“ der Zeit gibt, in der ich mich bewege.

Die anfängliche Behauptung „ich bin“ kann jetzt ergänzt werden in: „Ich bin in der Zeit“. Und wenn ich davon ausgehe, dass ich in der Zeit bin – und das ist die Erfahrung eines jeden Menschen – so gibt es drei Zeiten, in die ich mein Dasein unterteilen kann. Die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Die Vergangenheit ist sämtliche Zeit vor meinem Betrachtungszeitraum, die Zukunft ist sämtliche Zeit nach meinen Betrachtungszeitraum. Nur ist es sehr schwer, die Gegenwart zu definieren, da sie nicht “stehen bleibt“. Eigentlich sind Vergangenheit und Zukunft direkt miteinander verbunden und der Punkt, an dem sie miteinander verbunden sind, wird “Gegenwart“ genannt, wobei sich die Gegenwart immer mehr in Richtung der Zukunft verschiebt. So gesehen “verliere“ ich stets an Zeit.

Im Rahmen meiner begrenzten Zeit bin ich also stets in einem Zustand des Verlustes.

Da ich mich selbst in der Gegenwart befinde, gibt es unweigerlich zwei Fragen, die mit meiner Vergangenheit und meiner Zukunft zusammenhängen: „Woher komme ich, und wohin gehe ich?“ Es sind Fragen, mit denen sich früher oder später jeder Mensch beschäftigt, weil sie auf der Hand liegen. Mag sein, dass der Eine oder Andere dann jene Fragen verdrängt, weil er zu keinen befriedigenden Schlüssen kommt, aber irgendwo schlummern jene Fragen in jedem Menschen, unabhängig davon, in welchem Kulturkreis er geboren und in welcher Religion oder Weltanschauung er erzogen wurde. Entsprechend beschäftigt sich nicht nur der einzelne Mensch mit jenen Fragen, sondern viele Wissenschaftsbereiche widmen sich dieser Frage zumindest in Teilbereichen.

Wenn ich also mit der Frage anfange, woher ich komme, starte ich bei meinen Eltern. Die wiederum stammen von ihren Eltern ab usw., bis ich bei einer Art Urmensch ankomme. Und jener Urmensch ist zumindest physikalisch aus den Bestandteilen dieser Erde erschaffen, auf der wir leben. Es spielt an dieser Stelle keine Rolle, ob jemand an die Evolutionstheorie glaubt oder nicht, denn niemand bezweifelt, dass die Bestandteile des Körpers von dieser Erde stammen. Und die Erde wiederum stammt wohl von der Sonne. Daher ließe sich also die Vergangenheit – selbst wenn sie nicht mehr meine persönliche Vergangenheit wäre (oder doch?) – bis zu den Anfängen unserer Galaxie bis hin zum Urknall zurückverfolgen. Weiter kommt die Wissenschaft derzeit nicht.

Während dieser Zeitreise zu den eigenen Ursprüngen sind wir bereits auf Phänomene gestoßen, die uns unvorstellbar erscheinen. Denn das Universum wirkt so unendlich und soll doch einstmals nur ein winziger Punkt gewesen sein. Was war dann “drumherum“ um diesen Punkt? Aber da gab es nichts. Wie ist das vorstellbar? Kann etwas nur dann existieren, wenn es vorstellbar ist? Und heute ist dieses Weltall jenes Ergebnis des Urknalls, in dem wir Sterne am Himmel beobachten können, die ihr Licht vor Millionen und Abermillionen von Jahren abgestrahlt haben, damit wir es heute sehen können. Sie selbst existieren womöglich gar nicht mehr. So lange braucht das Licht, bis es bei uns ankommt; was für ein grandioses Weltall!? Und die Ursache soll der Urknall sein. Was aber war die Ursache des Urknalls? Die heute bekannten Naturwissenschaften stoßen hier anscheinend auf unüberwindliche Grenzen. Aber darf man nicht weiter fragen, selbst wenn die Naturwissenschaften es nicht beantworten können? Ist nur das wahr, was die Naturwissenschaft diktiert?

Woher kommt der Urknall?

Woher kommt überhaupt all diese Materie und Energie, die den Urknall bewirken konnte bzw. durch den Urknall bewirkt wurde? Die Physik kann darauf keine Antwort geben und hat das auch gar nicht vor. Tatsache ist, dass es eine begrenzte Energie und/oder Materie am “Anfang“ gab. Doch was war “vor“ dem Anfang? So astronomische Dimensionen das Ganze auch bewirkt haben mag, so ist es begrenzt, wie es auch begrenzt war. Und etwas Begrenztes ist eben mit “Grenzen“ versehen. Und es wird immer die Frage offen bleiben, was “außerhalb“ jener Grenzen ist. Was war also “davor“? Was war andernorts? Warum ist die Energie begrenzt? Wenn sie begrenzt war, woher stammt sie? Derartige Fragen kann ein einfaches „ich bin“ oder „ich bin in der Zeit“ nicht so ohne Weiteres beantworten.

Es gibt aber einige physikalische Gesetzmäßigkeiten, deren Gültigkeit man schon vehement bestreiten oder für die Zeit des Urknalls (und davor) für ungültig erklären muss, um nicht weiter nach der Ur- Ursache zu fragen. Die eine Regel, die jeder kennt, ist unter dem Begriff “Energieerhaltungssatz“ bekannt und sagt aus, dass die Gesamtenergie eines abgeschlossenen Systems sich nicht mit der Zeit ändert. Zwar kann die eine Energieform in eine andere überführt werden, wie elektrische Energie in Bewegungsenergie und diese in Wärme, aber letztendlich geht nichts “verloren“. Wenn wir also die Gesamtheit allen Daseins, also all das uns bekannte und unbekannte Existierende als zusammengefasstes abgeschlossenes System betrachten, so geht keine Energie verloren. Diese Erkenntnis wird in einer etwas erweiterten Form in der Wissenschaft als erster Hauptsatz der Thermodynamik bezeichnet. Man muss aber nicht die entsprechende Naturwissenschaft studiert haben, um dieses Prinzip zu verstehen. Es ist das einfache Prinzip, dass nichts verloren geht, es nimmt nur eine andere Form an. Und es geht nicht nur nichts verloren, es kommt auch nichts hinzu, wenn das System abgeschlossen ist. Man könnte auch einfach sagen: Von Nichts kommt Nichts.

Ist aber etwas da, dann versucht es sich seiner Umgebung anzugleichen. So wird ein schöner warmer Tee nicht allzu lange warm bleiben, sondern sich der Umgebungstemperatur anpassen. Und ohne neuen Energieaufwand wird er auch nie wieder warm werden! Die Fachleute drücken das im sogenannten zweiten Hauptsatz der Thermodynamik so aus, dass alle spontan ablaufenden Prozesse irreversibel sind.

Für unser Dasein beginnend mit dem Urknall bedeutet das, dass wir eigentlich gar nicht hätten entstehen können, wenn nicht eine bestimmte Grundordnung dafür gesorgt hätte, dass alle jene Ungleichgewichte entstanden sind, die das Universum, die Atome und letztendlich den Menschen bewirkt haben. Der “Urknall“ als solcher kann nicht die Ur-Ursache sein, da man aus berechtigten Gründen nach der Ursache des Urknalls fragen kann und darf. Die wissenschaftliche Forschung versucht ja auch die Ursache zu ergründen. Möglicherweise wird sie eines Tages eine physikalisch begründbare Ursache finden, aber jene Ursache wird wieder die Frage nach dessen Ursache aufwerfen.

Da bin ich also und weiß, dass es mich gibt und suche nach der Ur- Ursache meines Seins! Und irgendwie erscheint es so, als wenn ich bereits am Anfang stecken geblieben bin. Habe ich eine Ursache gefunden, frage ich nach deren Ursache, denn nichts kann von sich selbst aus existieren, ohne eine Ursache zu haben. Jedes “Ding“ hat genau wie der Mensch eine Vergangenheit und eine Zukunft, und ich frage stets nach der Vergangenheit des “Dings“. Andererseits kann das “Ding“ – was immer es ist, ob Materie, Energie, Zeit – nicht schon immer existiert haben, denn das würde der Tatsache widersprechen, dass spontane Abläufe nicht (von sich aus) umkehrbar sind. Letztendlich – und das weiß die Wissenschaft schon heute – wird nicht nur die Sonne eines Tages nicht mehr strahlen, sondern jedes Atom zerfallen. Und es gibt keine wissenschaftliche Erklärung dafür, wie ein System mit einer derartigen Ordnung “von alleine“ startet und eine derartige Ordnung bewirkt, so dass der Mensch auf der Erde entstehen und leben kann. Jene Ordnung ermöglicht dem Menschen zudem alle diese Gedanken, die ihn nach seinen Ursprüngen forschen lassen. Physiker umgehen dieser Problematik dadurch, dass sie z.B. dem Urknall keine Vergangenheit zugestehen, da mit dem Urknall auch die Zeit entsteht. Aber sie können dadurch genau so wenig erklären, wie es zu jenem Phänomen kam, dass zu solch einer extrem geordneten Entwicklung geführt hat. Da die Zeit nach dem Urknallmodell einen Anfang hat, ist sie also mindestens in eine Richtung begrenzt und kann nicht selbst Ursache für sein Erscheinen sein.

Ein anderer Ansatz wäre, dass wir von dem Ursache-Wirkungs- Prinzip ausgehen und behaupten, dass jede Wirkung eine Ursache hat. Jede Wirkung ist zudem begrenzt. Allein die Tatsache, dass es eine Ursache hat, ist ein Beleg dafür, dass es begrenzt ist, denn die Ursache ist etwas anderes. Und etwas Begrenztes kann nicht ewig sein. Da damit die scheinbar beliebig lange Kette von Ursache und Wirkung nicht in beide Richtungen unendlich sein kann und zumindest eines Anfangspunktes bedarf, kann die Ur-Ursache keine Wirkung sein. Denn sonst müsste sie wiederum eine Ursache haben. So oder so kommen wir an der Frage der Ur-Ursache nicht vorbei.

Was ist die Ur-Ursache?

In diesem Buch soll nicht das im Islam durchaus mögliche Thema des Gottesbeweises vertieft werden, sondern die oben genannten Gedanken sollen in ihrer vereinfachten Form dazu hilfreich sein, nach der “Ur-Ursache“ zu fragen.

Wir stehen also immer noch da mit der Behauptung „ich bin“, und stellen nun die Frage: „Was ist meine “Ur-Ursache“?“ Da wir schon nach kurzem Nachdenken zu dem Schluss kommen, dass wir diese Frage zunächst so nicht beantworten können, erlauben wir uns selbst, die Frage auf mehrere Teilfragen zu erweitern: „Wie ist meine Ur-Ursache?“, „Wo ist meine Ur-Ursache?“, „Wann ist meine Ur- Ursache?“, „Was braucht meine Ur-Ursache?“, „Was kann meine Ur-Ursache?“.

Obwohl wir auch obige Fragen nicht beantworten können, bringen sie uns doch erheblich weiter, denn in den Fragen selbst steckt bereits ein Teil der Antwort, die wir uns geben können. Wenn wir fragen „Wie ist meine Ur-Ursache?“, dann kann es keine Antwort darauf geben. Gäbe es eine Antwort und könnte ich die Ur- Ursache in irgendeiner Form “beschreiben“, dann müsste sie begrenzt sein, und ich würde nach den Dingen außerhalb jener Begrenzung fragen. Etwas “Begrenztes“ kann nicht Ur-Ursache sein, da etwas Begrenztes selbst nur eine Wirkung ist und eine Ursache haben muss. Also kann ich annehmen, dass meine Ur-Ursache in jeder Hinsicht unbegrenzt und damit unbeschreibbar ist.

Wenn wir fragen „Wo ist meine Ur-Ursache?“, dann kann es keine Antwort darauf geben. Gäbe es eine Antwort, dann wäre meine Ur- Ursache an irgendeinem Ort und damit gäbe es Orte, an denen sie nicht wäre. Damit wäre sie wiederum begrenzt und könnte nicht Ur- Ursache sein. Würde ich behaupten, dass sie nirgends ist, dann könnte sie nicht Ur-Ursache sein, da dann alle Dinge “außerhalb“ der Ur- Ursache wären und es somit etwas “außerhalb“ der Ur-Ursache gäbe, womit sie wiederum begrenzt wäre. Würde ich hingegen behaupten,

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